Bachneunauge

Lampetra planeri
In der Itter lebt das bedrohte Bachneunauge. Es wird in der Regel 10 bis 20 cm lang, sein Aussehen ähnelt einem Aal. Man kann es als lebendes Fossil bezeichnen; das Tier gehört biologisch zur Klasse der Wirbeltiere, allerdings nicht zu den Fischen, sondern zur Gruppe der Rundmäuler.

Seinen skurrilen Namen verdankt es einer früheren, ungenauen Beobachtung. Von der Seite aus betrachtet wurden neben dem eigentlichen Auge auch die Nasenöffnung sowie die sieben seitlichen Kiemenspalten mitgezählt. Faktisch besitzt das Bachneunauge nur zwei Augen.

Ebenso interessant wie sein Name ist auch der Lebensweg des Bachneunauges. Aus den Eiern schlüpfen kleine Larven, welche Querder genannt werden. Sie sind blind und ernähren sich ausschließlich von Plankton. Das Querderstadium umfasst den größten Teil des Lebens eines Bachneunauges und dauert drei bis fünf Jahre. Am Ende steht die Metamorphose zum erwachsenen Tier.
In ihrem augenlosen Querderstadium (Larvalphase) driften die Bachneunaugen über mehrere Jahre im Bachsystem abwärts. Um diese Verdriftung auszugleichen, wandern die erwachsenen Neunaugen zum Laichen gewässeraufwärts.
 
Bachneunaugen leben im Unterschied zu Fluss- und Meerneunagen nicht parasitisch. Sie können sich nach ihrer Metamorphose zum geschlechtsreifen Tier nicht mehr ernähren, sondern nur noch Ablaichen und sterben danach. Der Magen- und Darmtrakt ist bei geschlechtsreifen (Augen tragenden) Bachneunaugen zugunsten vermehrter Produktion von Eiern und Spermien zurückgebildet.

Für seine Entwicklung benötigt das Bachneunauge möglichst naturnahe Bäche. Aufgrund ungünstiger Umweltbedingungen ist die Art ist stark bedroht.

Die Neunaugen wurden vom Verband Deutscher Sportfischer (VDSF), dem Bundesamt für Naturschutz (BfN), dem Deutschen Angler Verband (DAV) und dem Verband Deutscher Sporttaucher (VDST) zum Fisch des Jahres 2012 gewählt. 

Feuersalamander

Salamandra salamandra
Den hübschen Feuersalamander bekommt man selten zu Gesicht, denn er ist nachtaktiv. Er ist glänzend schwarz und signalisiert durch sein auffälliges Muster von gelben Flecken, dass er giftig ist. Er hat er keine natürlichen Feinde, denn das von ihm verspritzte Gift Salamandrin bewahrt ihn vor dem Gefressenwerden und schlägt Igel, Fuchs, Hund, Katze und andere Tiere in die Flucht.
Feuersalamander sind ca. 20 cm groß, besitzen einen breiten Kopf sowie eine plumpe Gestalt mit verhältnismäßig kurzem Schwanz. Sie leben in Laub- und Mischwäldern und verkriechen sich an feuchten, kühlen Plätzen unter Steinen, Baumstämmen, Wurzeln, Laub oder in Erdhöhlen. Im Hochsommer scheuen sie die Hitze und verlassen ihr Versteck nur nach starken Regenfällen, dann aber auch Tags. Feuersalamander fressen hauptsächlich Insekten, Spinnen, Asseln, Regenwürmer und Schnecken.
Obwohl sie reine Landbewohner sind, werden die Larven der Feuersalamander im Klaren, sauberen Wasser eines Baches abgesetzt. Die Larven sehen fast aus wie Kaulquappen, besitzen aber vier Beine, atmen durch Kiemen und ernähren sich von Insektenlarven. In ca. drei Monaten metamorphosieren sie zum Salamander.

Graureiher

Ardea cinerea
Der zweitgrößte heimische Stelzvogel nach dem Storch ist der Graureiher. Er misst bis zu 90 cm in der Höhe, seine Flügelspannweite beträgt rund 170 cm. Der Farbe seines Gefieders verdankt er seinen Namen, Hals und Beine sind hell, der Schnabel gelb-orange.
Bekannt ist der Vogel auch unter dem Namen Fischreiher, aber neben der Hauptnahrung Fisch frisst er auch Insekten, Frösche, Reptilien, Mäuse, Schlangen sowie Jungvögel. Der Lebensraum des Graureihers sind Seen, Flüsse und Bäche, auch auf Feldern lässt er sich zwischendurch nieder, sofern das Nahrungsangebot stimmt.

Graureiher leben und brüten meist in Kolonien, gehen aber allein auf Futtersuche. Sie staksen langsam herum, lauern ihrer Beute auf und stoßen blitzschnell mit dem Schnabel zu. Leichtes Spiel haben sie in Fischzuchtteichen, sehr zum Ärger der Züchter.
Die Nester der Graureiher werden hoch oben in den Baumwipfeln gebaut. Ein Gelege besteht aus drei bis fünf Eiern, die Hauptbrutzeit ist im Mai. Nach dem Schlüpfen der Jungen geht es in der Graureiherkolonie sehr lebhaft zu, wenn das Keckern der Jungvögel nach Nahrung weithin zu hören ist. Am Diemelsee befindet sich außerhalb des Naturschutzgebietes eine kleine Graureiherkolonie.

Haubentaucher

Podiceps cristatus
Charaktervogel des Diemelsees ist der Haubentaucher mit prächtigem Brutkleid und merkwürdigem Balzverhalten.
Im Prachtkleid ziert die stockentengroßen Vögel ein auffälliger Kopfschmuck. Vom schlanken, weißen Hals ist eine dunkle Krause abgesetzt. Der kastanienbraune Bart kontrastiert zu einem hellen Gesicht. Den Nacken schmückt ein schwarzer, zweigeteilter Schopf.

Ihr vielfältiges Balzritual macht die Beobachtung der Haubentaucher immer wieder interessant.
Zum Beispiel schwimmen beide Partner Brust an Brust und schütteln gegenläufig die Köpfe. Schaut der eine nach links, blickt der andere nach rechts und umgekehrt. Beim „Pinguintanz“ richten sich die Tiere senkrecht im Wasser auf.
Dann tauchen sie und präsentieren sich gegenseitig zum Nestbau geeignetes Pflanzenmaterial. Das komplizierte Balzritual dient zum Aggressionsabbau zwischen den gleich aussehenden Partnern.

Das Schwimmnest ist meist in der Vegetation verankert. Schon am ersten Lebenstag können die Jungen schwimmen und tauchen. In den ersten drei Wochen fahren sie regelmäßig auf dem Rücken der Eltern Kahn. Es ist lustig anzuschauen, wie die schwarzweiß gestreiften Köpfchen zwischen den Flügeln der Alttiere hervorlugen.

Der Brutbestand in Hessen wird auf 400 bis 450 Tieren veranschlagt. Eines der bedeutendsten Brutgebiete ist der Edersee bei Herzhausen. Nach dem Bundesnaturschutzgesetz und der Europäischen Vogelschutzrichtlinie ist der Haubentaucher geschützt. Im Jahr 2001 hat ihn der Naturschutzbund (NABU) zum Vogel des Jahres gewählt.

aus Naturschätze zwischen Ettelsberg und Diemelsee

Mufflon

Ovis ammon musimon
Das scheue Mufflon ist kein heimisches Tier, sondern stammt ursprünglich von Sardinien und Korsika. Um 1900 wurden die Tiere in Deutschland angesiedelt und leben seitdem in dichten Wäldern in Höhenlagen ab 500 m, so auch im Upland.

Unverkennbar ist es ein Wildschaf von brauner Farbe, auffallend sind seine großen gebogenen Hörner, die allerdings nur die männlichen Tiere besitzen. Das Mufflon wird bis zu 90 cm hoch und bis zu 50 kg schwer.Mufflons haben exzellent ausgeprägte Sinne. Sie sehen und wittern Menschen über eine Distanz von mehreren hundert Metern und hören selbst verdeckte Geräusche aus weiter Ferne. Sie ernähren sich hauptsächlich von Pflanzen und bevorzugen dabei frische Kräuter und Gräser.

Rauhfußkauz

Aegolius funereus
Tief versteckt in den Wäldern des Naturparks Diemelsee lebt der nachtaktive Rauhfußkauz.
Er ist rund 25 cm groß und besitzt eine Flügelspannweite von 53 bis 60 cm. Gegenüber dem ähnlich großen Steinkauz hat er einen dickeren, runderen Kopf sowie einen längeren Schwanz und längere Flügel. Sein graubraunes Gefieder zieren zahlreiche weiße Flecken, seine Unterseite ist hell. Er besitzt einen hellen, dunkel umrandeten Gesichtsschleier und gelbe Augen. Jungvögel weisen eine schokoladenbraune Farbe mit weniger Flecken auf. Seinen Namen verdankt der Rauhfußkauz den bis zu den Krallen weiß gefiederten Beinen.
Der Rauhfußkauz ist ein Höhlenbrüter und besiedelt Altholzbestände mit vorhandenen Schwarzspechthöhlen. Tagsüber hält er sich auf dichten Nadelbäumen auf, die ihm Schutz vor Feinden bieten und von denen aus er auf Beutejagd gehen kann. Sein Jagdrevier sind die Lichtungen, Waldwiesen und Schneisen inmitten dichter Wälder. Er ernährt sich überwiegend von Mäusen.
Größter Feind des Rauhfußkauzes ist der Marder, der für die Jungenaufzucht ebenfalls alte Baumhöhlen beansprucht und so mit dem Vogel konkurriert. Darüber hinaus erbeutet er die Gelege und Jungen des Rauhfußkauzes.

Rotmilan

Milvus milvus
Der Rotmilan ist ein Greifvogel aus der Familie der Habichtartigen. Der größte Teil der mitteleuropäischen Population lebt in Deutschland.
Sein Lebensraum ist offenes, mit Gehölzen durchsetztes, Gelände, wie lichte Wälder und Waldränder in der Nähe von Feldern oder sogar Siedlungen. Im Winter finden sich Rotmilane zu größeren Gruppen zusammen und ziehen in den wärmeren Mittelmeerraum. Ihre Nester bauen sie hoch oben in den Bäumen oder benutzen verlassene Nester anderer Vögel. Während der Balz vollbringen sie spektakuläre Sturzflüge.

Der Rotmilan besitzt ein rostbraunes Gefieder mit hellen Flügelunterseiten und einen hellen Kopf. Seine Größe beträgt rund 60 bis 70 cm und seine Flügelspannweite zwischen 150 und 170 cm. Aufgrund seines tief gegabelten Schwanzes wird er auch Gabelweihe genannt und daran ist er bereits von weitem zu erkennen.
Rotmilane sind gute Jäger und ernähren sich überwiegend von kleinen Säugetieren und Vögeln, verzehren aber auch Fische, Amphibien, Reptilien, Wirbellose, Insekten und Aas. Oft nimmt der Rotmilan seine Beute im Flug auf, manchmal auch am Boden, und tötet sie mit einem kräftigen Schnabelhieb.

Der NABU kürte den Rotmilan zum Vogel des Jahres 2000.

Schmetterlinge

Lepidoptera
Entdecken Sie die bunte Welt der Schmetterlinge, auch Falter genannt. Nach den Käfern bilden die Schmetterlinge die an Arten zweitreichste Insektenordnung. Sie sind auf der ganzen Welt verbreitet, auch im Naturpark Diemelsee, und bisher wurden überhaupt noch nicht alle existierenden Arten entdeckt.

Schmetterlinge besitzen, wie andere Insekten auch, Facettenaugen, Fühler zum Tasten und Riechen sowie einen Rüssel, mit dem sie Nahrung aufnehmen. Sie flattern sie von Blume zu Blume, saugen den Nektar aus den Blüten und transportieren auf diese Weise den Blütenstaub der Pflanzen weiter. Auf ihren Flügeln befinden sich winzigste Farbschuppen, die zu Mustern angeordnet sind und dem Schmetterling je nach Art ein farbenprächtiges oder unscheinbares Aussehen verleihen.
Bis zu seiner eigentlichen Form durchläuft der Schmetterling verschiedene Entwicklungsstadien. Aus den Eiern schlüpfen kleine Larven, die Raupen, welche sich von Pflanzenteilen ernähren und sich mehrmals häuten, da sie ständig an Größe und Gewicht zulegen. Anschließend spinnen sie sich in einen Kokon ein, werden so zur Puppe und die Umwandlung zum Falter, von der Außenwelt abgeschirmt, beginnt. Die Entwicklung von der Raupe zum Schmetterling nennt man Metamorphose. Dabei können aus unscheinbaren Raupen bunte, schillernde Schmetterlinge werden, während sich andererseits auffällige Raupen in schlichte Falter verwandeln.

Faszinierende, farbenprächtige Fotos von Schmetterlingen und anderen Insekten finden Sie in der Broschüre Fundsachen im Naturpark Diemelsee.

Schwarzspecht

Dryocopus martius
Der Schwarzspecht ist der größte einheimische Specht. Wie der Name schon sagt, besitzt er ein schwarzes Gefieder; die männlichen Tiere erkennt man an einem roten Streifen auf dem Kopf, die Weibchen besitzen lediglich einen roten Fleck im Nacken. Charakteristisch für den Specht ist das Trommeln mit dem Schnabel, wobei männliche Tiere erstaunliche 17 Schläge pro Sekunde vollbringen.
Der Schwarzspecht bewohnt alte, dichte Holzbestände und sucht sich für sein Versteck große, sehr alte Bäume aus, in die er dann mit dem Schnabel seine 30 bis 55 cm tiefe Brut- und Schlafhöhle klopft. Er leistet mit dem Zimmern seiner Höhle auch eine wichtige Arbeit für andere Tiere, wie z. B. den Rauhfußkauz, Fledermäuse oder Bienen, die verlassene Schwarzspechthöhlen bewohnen.
Seine Nahrungsquelle sind Raupen, Käfer, Ameisen, Spinnen und kleine Schnecken, selten auch Früchte und Beeren.
Natürliche Feinde sind Marder und Habicht, wobei insbesondere der Marder als geeigneten Unterschlupf zur Jungenaufzucht auch Schwarzspechthöhlen auswählt.

Schwarzstorch

Ciconia nigra
Weniger populär als der Weißstorch aber genauso faszinierend ist der Schwarzstorch. In früheren Zeiten, als der Aberglaube weit verbreitet war, galt er als Unglücksbringer, vielleicht auch, weil man den scheuen Vogel nur selten zu Gesicht bekam und wenig über ihn wusste.

Er lebt in großen, naturbelassenen Wäldern mit altem Baumbestand, die von Bächen durchzogen sind und in denen es auch Stillgewässer wie Teiche und Tümpel sowie Lichtungen und waldnah gelegene Feuchtwiesen gibt. Reviere der Weißstörche sind dagegen Wiesen und Auen.
Seine Nahrung findet der Schwarzstorch hauptsächlich beim Abschreiten und Herumstochern in seichten Gewässern. Er ernährt sich daher vor allem von Fischen, Amphibien, Wasserinsekten, Käfern, Schnecken, Larven und Pflanzen.  
Schwarzstörche werden knapp einen Meter groß, ihre Flügelspannweite kann bis zu zwei Meter betragen. Beim Fliegen strecken sie Hals und Beine aus und sind durch eine spezielle Flugtechnik in der Lage, geschickt durch hohe Baumkronen zu manövrieren. Sie besitzen ein schwarzes, metallisch schimmerndes Gefieder und sind an Brust, Bauch sowie Teilen von Unterflügel und Unterschwanzdecke weiß. Schnabel und Beine sind rot, außerhalb der Brutzeit eher bräunlich. Die Jungvögel besitzen ein graubraunes Gefieder mit weißer Unterseite sowie grünbraune Schnäbel und Beine.

Auch am Diemelsee kann man den Schwarzstorch beobachten. Den Winter verbringt er allerdings im wärmeren Afrika.

Schwebfliegen

Syrphidae
Auf den ersten Blick unscheinbar, im Detail überraschen sie jedoch mit einer erstaunlichen Vielfalt an Farben und bizarren Formen: die Schwebfliegen. Ihren Namen verdanken sie der Fähigkeit, aufgrund einer hohen Flügelschlagfrequenz praktisch auf der Stelle zu schweben.

Es gibt unzählige Arten mit unterschiedlichem Aussehen: länglich und schlank, plump und  rund, behaart und unbehaart, gemustert oder dezent, metallisch glänzend oder unauffällig gefärbt. Etliche Schwebfliegen ähneln in Aussehen und Färbung Bienen, Wespen oder Hummeln und können leicht mit ihnen verwechselt werden. Obwohl harmlos, da sie keinen Stachel besitzen, täuschen sie damit Fressfeinden vor, gefährlich zu sein. Diesen Effekt nennt man Mimikry.

Schwebfliegen sind Zweiflügler und besitzen relativ große Facettenaugen. Sie ernähren sich vorwiegend von Nektar und Pollen, wobei sie sich optisch orientieren und am häufigsten gelbe Blüten anfliegen. Sie sind daher neben den Bienen die wichtigsten Bestäuber.
Einige Schwebfliegenlarven ernähren sich von Blattläusen und vertilgen dabei bis zu 100 Blattläuse pro Tag. Andere bevorzugen als Nahrungsquelle Pflanzensäfte oder organische Abfälle.

Siebenschläfer

30Glis glis
Der Siebenschläfer gehört zur Familie der Bilche und verdankt seinen Namen der Tatsache, dass er von Anfang Oktober bis Ende April ganze sieben Monate des Jahres verschläft. Mit dem Siebenschläfertag am 27. Juni hat der possierliche Geselle hingegen nichts zu tun.

Siebenschläfer sind gesellige Tiere und leben in Familienverbänden. Man findet sie in naturnahen Laubwäldern mit großem Alt- und Totholzanteil, wo sie sich in Baumhöhlen und im Unterholz prima verstecken können. In Obstgärten fühlen sie sich ebenfalls wohl und beziehen auch gerne in Vogelhäuschen oder auf Dachböden Quartier, wo sie großen Radau veranstalten können.
In ihrer Gestalt ähneln sie den Eichhörnchen. Sie sind zwar kleiner, aber genauso hervorragende Kletterer. Selbst das Emporklettern an glatten Baumstämmen und Wänden stellt für sie kein Problem dar.
Der Siebenschläfer wird 13 bis 18 cm groß und hat einen fast ebenso langen buschigen Schwanz. Sein Fell ist grau, auf der der Unterseite weiß; er besitzt große schwarze Augen und runde Ohren. Sein Speiseplan umfasst Früchte, Knospen, Samen, Rinde sowie gelegentlich Insekten. Besonders im Herbst muss sich der Siebenschläfer ein Fettpolster für den langen Winterschlaf zulegen und bevorzugt dann fettreiche Nahrung wie Nüsse, Kastanien und Bucheckern.
Während des Winterschlafs werden Körpertemperatur, Atmung und Herzfrequenz auf ein Minimum reduziert.

Wasseramsel

Cinclus cinclus
Schwimmen und tauchen – das kann nur ein Singvogel: die Wasseramsel. An das Leben in rasch fließenden und kalten Bächen ist sie hervorragend angepasst: Ihre Knochen sind relativ schwer und wenn sie sich schräg gegen die Strömung stellt, wird sie von dieser auf den Grund gedrückt und kann dort ihre Nahrung suchen. Die kurzen, rundlichen Flügel helfen ihr, sich unter Wasser fortzubewegen. Zusätzliche Lider schützen ihre Augen. Ähnlich wie bei den Entenvögeln produziert eine große Bürzeldrüse ein öliges Sekret, mit dem die Wasseramsel sorgsam ihr Gefieder einfettet.

Wer eine Wasseramsel in eisigem Wasser beobachtet, gewinnt rasch den Eindruck, dass ihr die Kälte nichts ausmacht. Nur wenn die Bäche zufrieren, muss sie flussabwärts in eisfreie Bereiche ausweichen.
Auf dem Bachgrund dreht der Vogel kleine Steine um und erbeutet so die Larven von Köcher-, Stein- und Eintagsfliegen. Auch kleine Schnecken, Krebschen und selten Fischchen stehen auf dem Speisezettel.

Fast das ganze Jahr ertönt abwechslungsreich der geschwätzige Gesang von Männchen und Weibchen, oft jedoch vom Rauschen des Baches übertönt. Nicht selten singen die Vögel an sonnigen Spätwintertagen und lassen so den nahenden Frühling erahnen. Häufig schon im Februar, spätestens im März, beginnt das Brutgeschäft. Ein fußballgroßes und ebenso rundes Nest aus Moos errichten die Vögel in Nischen unter Brücken oder im Wurzelwerk an Steilufern. Gern nehmen sie spezielle Nistkästen an. In ihnen brütet bisweilen auch die gelbbäuchige Gebirgsstelze, die al typische Bergbachvogel mit der Wasseramsel den Lebensraum teilt.

Tipp: Wer Wasseramseln beobachten möchte, sollte auf der Brücke oberhalb des Einlaufs der Itter in den Diemelsee Ausschau halten.

aus: Naturschätze zwischen Ettelsberg und Diemelsee

Wildschwein

Sus scrofa
Eine weit verbreitete Art in Mitteleuropa ist das Wildschwein. Sein Lebensraum sind Laub- und Mischwälder mit Lichtungen, Wasserstellen und Sumpfgebieten, in denen es gerne ein Schlammbad nimmt.

Wildschweine besitzen ein borstiges schwarzbraunes Fell, große Eckzähne und einen massigen Körper, der bei ausgewachsenen Keilern bis zu 250 kg auf die Waage bringen kann. Die kleinen Frischlinge sind braun-weiß gestreift.
Mit ihren kräftigen Rüsseln durchwühlen Wildschweine die Erde nach Nahrung. Sie sind Allesfresser und ernähren sich überwiegend von Wurzeln, Knollen, Pilzen, Eicheln, Bucheckern, Insekten, Schnecken und Mäusen, lieben aber auch Getreide und Mais. Oft haben sie die Scheu vor den Menschen verloren und gehen in Siedlungen und Maisfeldern auf Nahrungssuche.
Weibliche Wildschweine und ihre Jungen leben in Rotten zusammen, während die männlichen Tiere außerhalb der Paarungszeit Einzelgänger sind.

Die natürlichen Feinde des Wildschweins sind große Raubtiere wie Bären, Wölfe und Luchse, welche jedoch in unseren Breiten nicht mehr vorkommen. So muss das Wildschwein heutzutage nur den Menschen fürchten.

Vogelpflegestation Marsberg

1980 wurde in Marsberg-Essentho eine Auffangstation für verletzte und hilfsbedürftige Greifvögel und Eulen gegründet. Die Station wird vom Land Nordrhein-Westfalen gefördert. Die Vögel werden hier gesund gepflegt und wieder ausgewildert.

Im Laufe ihrer mittlerweile 30-jährigen erfolgreichen Arbeit kümmerte sich die Einrichtung bisher um über 2.000 Tiere und es werden täglich mehr. Das Artenspektrum reicht vom Turmfalken bis zum durchziehenden Fischadler sowie vom Uhu bis zum Waldkauz.

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