Wälder

Die abwechslungsreiche Landschaft macht den Reiz des Naturparks Diemelsee aus. Etwa die Hälfte der Fläche des Naturparks ist bewaldet. Den größten Anteil bilden Fichtenwälder, mit ihrer dunkelgrünen Farbe sind sie heute charakteristisch für das Sauerland. Die schnell wachsenden Fichten haben aus wirtschaftlichen Gründen die ursprünglich in dieser Region dominierenden Buchen in weiten Teilen verdrängt. Seit einiger Zeit wendet man sich von der Fichten-Monokultur ab, um vermehrt heimische Laubbaumarten anzusiedeln.

Trotz längerer Bevorzugung der Fichten findet man im Naturpark Diemelsee auch wunderschöne Mischwälder. Einzigartige Naturschätze werden im Folgenden beschrieben.

Buchenwälder

Neben ausgedehnten Fichtenbeständen sind im Naturpark Diemelsee auch prächtige Buchenwälder anzutreffen. Sie bieten im Laufe der Jahreszeiten ein buntes Farbenspiel mit ihren zartgrünen Trieben im Frühjahr, dichtem Laub im Sommer und leuchtend bunten Blättern im Herbst. Zahlreiche Tier-, Pflanzen- und Pilzarten sind in ihnen heimisch.
Die Buche gedeiht prächtig im kühlen, gemäßigten Klima und würde den größten Teil des Landes bedecken, wenn ihr durch den Menschen keine Grenzen gesetzt wären. Gut ausgeprägte Buchenwälder findet man im Naturpark Diemelsee unter anderem am Hoppernkopf bei Willingen, auf dem Eisenberg am Diemelsee, im Naturschutzgebiet Mühlenberg und auf dem Rottberg bei Adorf.

Seit dem 25.06.2011 sind einige sehr naturnahe alte Buchenwälder Deutschlands zum Weltnaturerbe der UNESCO erklärt worden. Im nahe gelegenen Nationalpark Kellerwald-Edersee kann man ein solches Waldgebiet aus nächster Nähe bestaunen. Das Nationalparkzentrum vermittelt auf anschauliche Weise Wissenswertes über die einzigartige Landschaft.

Schluchtwälder

Eindrucksvoll sind die seltenen Schluchtwälder, die in Adorf und Willingen zu finden sind.
Am Osthang des Willinger Mühlenkopfs ragen steile Felsen aus Tonschiefer auf, denen das Naturschutzgebiet Grebensteine seinen Namen verdankt. Durch das Gestein sickern zahlreiche Quellen und bewirken zusammen mit den niedrigen Temperaturen ein montanes Klima, in dem eine üppige Krautschicht alpinen Charakters gedeiht.
Bemerkenswert sind neben dem Bewuchs mit Sommerlinden, Bergulmen und Bergahornen die großen Bestände des Ausdauernden Silberblatts, auch Mondviole genannt, deren lilafarbene Blüten von Nachtfaltern und Bienen bestäubt werden.

Der Schluchtwald am Mühlenberg bei Adorf verdankt seine Existenz einer Verengung des Rhenetals. Durch sie wird die im Talgrund abfließende Luft auf den Osthang des Mühlenbergs gelenkt. In der Baumschicht findet man Esche, Bergahorn, Winter- und Sommerlinde sowie noch einige jüngere Exemplare der Bergulme, die das in ganz Deutschland durch Pilzbefall aufgetretene Ulmensterben überlebt haben. Eine Besonderheit der Strauchschicht ist die Alpen-Johannisbeere.
Wer den wertvollen Schluchtwald am Mühlenberg bewundern möchte, nimmt von der Mühle im Rhenetal (an der Straße von Adorf nach Padberg) aus den Weg zu einem ehemaligen Jagdhaus und steigt von dort bergan.

Moorbirkenwälder

Als Relikte aus der Eiszeit gelten die Moorbirkenwälder in den Naturschutzgebieten Alter Hagen und Jägers Weinberg im Forst Willingen. Man findet hier lichte Bestände des Birkenbruchwaldes mit vielen nordischen Pflanzenarten in der Kraut- und Bodenschicht.
 
Die Moorbirke ist anspruchslos und widerstandsfähig gegen starken Frost. Sie findet daher ihren Lebensraum auf den kargen moorigen Schieferböden im feuchtkühlen Klima des Uplands. Sie wird bis zu 30 Meter hoch, einzelne Exemplare erreichen ein Alter von bis zu 120 Jahren. Die Borke ist von dunkler, rötlich-brauner Farbe, die sich im Laufe der Zeit aufhellt, bis sie grau-weiß wird.
Die Karpaten-Moorbirke, eine Unterart der Moorbirke, um die es sich im Willinger Gebiet handelt, zeichnet sich durch bizarre Formen und einen teils mehrstämmigen Wuchs aus. Sie verleiht der Landschaft ihren urtümlichen Charakter. 

Naturwälder

Im Naturpark Diemelsee gibt es sehr naturnahe Laubwälder zu bestaunen.
Man findet in ihnen Bäume unterschiedlichen Alters, auch viele sehr alte Exemplare. Im Naturwald lassen sich die einzelnen Stufen der Waldentwicklung ablesen, von kleinen Baumschösslingen über stattliche, ausgewachsene Bäume bis hin zu alten Baumriesen, die schließlich zu Totholz zerfallen und Raum für neues Leben schaffen.
Naturwälder zeichnen sich als sehr vielgestaltige Ökosysteme meist durch eine reiche Artenvielfalt aus. Es gibt sie in Mitteleuropa meist nur noch an schwer zugänglichen Stellen, wo sie von Menschen nicht genutzt werden oder sie sind besonders geschützt wie die Buchenbestände des Nationalparks Kellerwald-Edersee.

Sehr naturnahe Wälder sind besonders schützenswert. Zu nennen sind unter anderem   
  • der Mühlenberg bei Adorf mit seiner natürlichen Vielfalt an heimischen Baum- und Straucharten und sehr unterschiedlichen Wald-Ökosystemen am warmen Südwest- und kühlen Osthang
  • die Steilhänge am Diemelsee mit ihren Buchen- und Eichenwäldern
  • die Felshangwälder des Rhene- und Ahrtales
  • die Grebensteine im Strycktal bei Willingen
  • Alter Hagen bei Willingen
  • Jägers Weinberg bei Willingen

Aufschluss über das Ökosystem Wald erhalten Sie bei einer Entdeckungstour auf dem Waldlehrpfad Stryck.
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