
Geologie
Kaum vorstellbar, dass sich an der Stelle des Naturparks Diemelsee vor rund 400 Millionen Jahren ein urzeitliches Meer befand. Später bildeten sich Landmassen heraus, eine Küste entstand und durch ungeheure tektonische Kräfte falteten sich schließlich die Gebirge auf. Dabei traten unterschiedliche Sedimentschichten hervor, die in der Folge die Grundlage für landschaftliche und botanische Besonderheiten darstellten.
Im Naturpark Diemelsee finden sich an vielen Stellen Zeugnisse erdgeschichtlicher Prozesse. Darüber hinaus erleben Sie im » Geopark Grenzwelten spannende Einblicke in die Erdgeschichte und die Entwicklung der Natur- und Kulturlandschaft.
Geopark-Region Naturpark Diemelsee
Zwischen Schiefer & Hochheide – Geologische Streifzüge auf dem Dach des Geoparks
Die Anfänge des Geoparks GrenzWelten liegen in den Tiefen eines Ozeans. Vor rund 400 Mio. Jahren ist das Gebiet vom Meer bedeckt. Vom Festland gelangen Verwitterungsmassen in das Ozeanbecken, untermeerische Vulkane speien Magma und heiße, metallhaltige Wässer. So entstehen die Gesteine, die heute im Gebiet von Willingen und Adorf die Landschaft prägen.
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Geopark-Region Hochsauerland
Zwischen Karst und Kahlem Asten – Entdeckungen im Kultur-Landschafts-Park
Die Geopark-Region Hochsauerland entführt die Besucher in die urtümliche Landschaft des Devons: Das 1000 m mächtige Briloner Riff entstand in einer Zeit, als der Geopark am Rand eines tiefen Meeresbeckens lag. Dem nördlichen Old-Red-Kontinent vorgelagert, wuchsen auf dem flachen Schelf riesige Stromatoporen- und Korallenriffe, deren Ablagerungen aus Kalkgesteinen das Landschaftsbild prägen.
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Kurzporträt Geopark Grenzwelten
Erlebnis Erdgeschichte - “GrenzWelten“ zwischen Hochsauerland und Hessischer Senke
Die rund 3.700 km² großen Kulisse des Geoparks „GrenzWelten“ umfasst das
Nordwesthessische Bergland und das Hochsauerland (NRW). Anteilig gehören dazu auch die bestehenden Naturparke „Rothaargebirge“ in Nordrhein-Westfalen, „Diemelsee“, „Habichtswald“ und „Kellerwald-Edersee“ in Hessen sowie der Buchenwald-Nationalpark am Edersee.
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Adorfer Klippe
Die Klippe auf dem Martenberg bei Adorf ist das bedeutendste geologische Naturdenkmal im Naturpark Diemelsee. Die ca. acht Meter hohe Klippe, im Volksmund auch „Rosenschlösschen“ genannt, enthält Spuren von weit über 300 Millionen Jahre alten versteinerten Meerestieren und Pflanzen. Der geologische Aufbau umfasst Gesteine aus dem Mittel- bis Oberdevon. Darin kommen verschiedene Fossilien wie Cephalopoden (Kopffüßler), Brachiopoden (Armfüßler), Trilobiten (Dreilapp-Krebse), Crinoiden (Seelilien), Conodonten und solitäre Korallen vor.
Startpunkt für Ihre Exkursion zur Adorfer Klippe ist der Parkplatz direkt an der Straße nach Giershagen. Hier informieren Schautafeln über Bergbaugeschichte, Geologie und landschaftliche Besonderheiten. In unmittelbarer Nähe befindet sich das Besucherbergwerk „Grube Christiane“ mit angeschlossenem Museum, in dem Bergbau, Geologie und die Mineralien der Region präsentiert werden.
Das » GeoFoyer Adorf informiert in einer multimedialen Ausstellung über die Erd- und Kulturgeschichte sowie den Bergbau.
Korbacher Spalte
Die Korbacher Spalte ist eine der weltweit seltenen Fossillagerstätten, in denen man Zeugnisse permzeitlicher Wirbeltiere findet. Die Funde datieren in die erdgeschichtliche Periode vor etwa 258 bis 251 Mio. Jahren, als sich aus den ursprünglichen Reptilien die jeweiligen Urahnen von Dinosauriern und Säugetieren entwickelten.
Die bisherigen Funde aus der Korbacher Spalte umfassen hauptsächlich Therapsiden, d. h. säugetierähnliche Reptilien. Sie gelten aus erdgeschichtlicher Sicht als Bindeglied zwischen den Reptilien und den Säugetieren und wurden weltweit nur sehr selten gefunden. Besonders hervorzuheben ist der Procynosuchus, ein ca. 60 cm langes säugetierähnliches Reptil von hundeähnlicher Gestalt, der sogenannte „Korbacher Dackel“.
Die » Korbacher Spalte am südlichen Stadtrand von Korbach wurde 1964 entdeckt und 1992 in das Denkmalbuch des Landes Hessen aufgenommen. Neben dem UNESCO-Weltnaturerbe „Grube Messel“ bei Darmstadt ist sie das bedeutendste paläontologische Bodendenkmal in Hessen. Sie gilt als die zweitälteste fossilführende Spalte der Welt.
Funde aus der Korbacher Spalte sowie Informationen über die Entstehung der Spalte werden anschaulich im » Wolfgang-Bonhage-Museum in Korbach gezeigt. Führungen an der Spalte sind auf Anfrage ebenfalls möglich.
Goldbergwerk Eisenberg
Schon der Name des Korbacher Ortsteils weist auf etwas Wertvolles hin: In Goldhausen befindet sich die reichste Goldlagerstätte Deutschlands mit einem Gehalt von bis zu 20 g Gold pro Tonne Gestein.Die ersten Goldgräber begannen im 11. Jahrhundert an den Hängen des Eisenbergs nach Gold zu schürfen. Im Laufe der nächsten fünf Jahrhunderte verlagerte sich die Suche nach dem edlen Metall tiefer und tiefer in den Berg; unzählige Stollen und Schächte entstanden, insgesamt etwa 20 km.
Im 15. Jahrhundert entstand die Bergmannssiedlung Goldhausen. Spuren des Goldbergbaus kann man heute noch überall in Goldhausen erblicken. Begeben Sie sich auf eine interessante Reise entlang der Goldspur Eisenberg.
Verschüttete Stolleneingänge und Waschhalden, in denen Goldflitter aus dem Gestein gewaschen wurde, zeugen überall im Ort vom ehemaligen Bergbau. An insgesamt 19 Stationen der Goldspur Eisenberg erfahren Sie Spannendes zum Goldbergbau am Eisenberg. Wissenswertes über den Goldbergbau vermittelt außerdem eine Ausstellung im » Wolfgang-Bonhage-Museum Korbach, in dem unter anderem auch der einzigen Goldbarren vom Eisenberg zu sehen ist.
Politische Wirren und die Erschöpfung der Lagerstätte setzten dem Goldbergbau am Eisenberg etwa 1617, noch vor dem Dreißigjährigen Krieg, ein Ende. Bis dahin hatte man insgesamt etwa 1,2 Tonnen reines Gold abgebaut. Etwa die gleiche Menge befindet sich noch heute im Eisenberg. Vor allem im 20. Jahrhundert wurden verschiedene Versuche unternommen, das Gold zu gewinnen, sie zeigten sich jedoch allesamt nicht rentabel. Heute ist der Eisenberg als mittelalterliches Industriedenkmal geschützt.
Wie ein echter Goldgräber kann man den mittelalterlichen Stollen am Eisenberg heute im Rahmen einer Bergwerksführung erkunden. Ausgestattet mit Schutzhelm, Schutzjacke, Gummistiefeln und Grubengeleucht geht es mit fachmännischer Begleitung in den "Unteren-Tiefe-Tal-Stollen".
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Kilianstollen Marsberg
Seit dem 12. Jahrhundert bis 1945 wurde in Marsberg Kupfer abgebaut. In den dortigen Kieselschiefern (entstanden vor 350 Millionen Jahren) und dem darüber liegenden Zechkalkstein (vor 250 Millionen Jahren) befindet sich Kupfererz, das im Laufe der Zeit durch Wasser aus dem Gestein ausgewaschen wurde.
Im Besucherbergwerk » Kilianstollen kann man farbenprächtige Erze, Mineralien sowie Tropfsteine bestaunen und allerhand Wissenswertes über fast 1000 Jahre Kupfergewinnung erfahren. Auf einer Strecke von 380 Metern werden die Arbeitsabläufe der Bergleute veranschaulicht sowie alte Arbeitsgeräte und Exponate aus der Bergbaugeschichte gezeigt. Eingelagerte Mineralien lassen die Erzablagerungen prachtvoll leuchten, die Farben reichen vom tiefen Schwarz (Mangan) über klares Grün (Kupfer) bis zum leuchtenden Rot (Eisen) und strahlenden Weiß (Kalk).
Eine Besonderheit des Bergwerks sind die Führungen mit der noch im Betrieb befindlichen Grubenbahn.
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Schiefergrube Christine
Ein Blick auf die Dächer und Fassaden der Willinger Häuser macht klar, was man unter Tage zu sehen bekommt: uraltes, grau-schwarz glänzendes Gestein.
Am Fuße des Ibergs, direkt am Ortsrand von Willingen, wurde über 100 Jahre lang Schiefer abgebaut. Im ehemaligen Bergwerk, der „Grube Christine“, liegen vier mächtige Schieferbänke von 2 bis 20 m Dicke, die vor ca. 350 bis 400 Millionen Jahren entstanden. Die Gewinnung des Schiefers aus dem Berg erfolgte durch Sprengungen und noch heute erinnert das Schild „Pulverkammer“ im Bergwerk daran, dass hier explosives Material gelagert wurde. Die Schieferblöcke wurden per Hand weiterverarbeitet, indem man sie zunächst mit Hämmern in transportfähige Stücke zerkleinerte, nach draußen beförderte, in handliche Stücke zersägte, anschließend in 5 bis 8 mm dünne Platten spaltete und ihnen zu guter Letzt mit Gesteinsschere und Hammer ihre endgültige Form gab, in der sie auf die Dächer aufgebracht wurden.
Unter fachmännischer Führung erhalten Sie im » Besucherbergwerk Einblicke in die Arbeitsmethoden der Bergleute, die Entstehung des Dachschiefers und die Herstellung der Schieferplatten. Unser Tipp: nehmen Sie auch im Sommer eine Jacke mit, denn im Bergwerk herrscht eine konstante Temperatur von 8 ° C.
Schiefergrube „Christine“
Schwalefelder Str. 28
34508 Willingen
Führungen unter Tel. (05632) 6298
Grube Christiane
Vor etwa 380 Millionen Jahren spielten sich spannende erdgeschichtliche Prozesse ab, deren Zeugnisse wir heute vielerorts finden. Damals bedeckte ein Meer große Teile Europas, aus dem sich Vulkane erhoben, Gebirge entfalteten und das Wasser verdrängt wurde. Im Zuge dieser gewaltigen tektonischen Kräfte entstand im Raum Adorf eine Roteisenerz-Lagerstätte, die später bergbaulich erschlossen wurde. Auch überirdisch lassen sich die geologischen Vorgänge ablesen. In der » Adorfer Klippe sind die Roteisensteine und fossile Überreste des urzeitlichen Meeres aufgeschlossen.
Die erste urkundliche Erwähnung des Adorfer Bergbaus fand im Jahre 1273 statt, es folgte eine 700-jährige Bergbautradition in der Grube Christiane. Nach dem 2. Weltkrieg war die Grube Christiane die größte Eisenerzgrube in Hessen, bis sie 1963 stillgelegt wurde.
Das Erz wurde in Hütten- und Eisenhämmern verarbeitet, von denen sich einige in Willingen befanden. Das regionale Zentrum der eisenverarbeitenden Industrie war damals die Bericher Hütte, die im heutigen Edersee versunken ist. Der » Eisensteinweg folgt diesem alten Fuhrweg und erzählt die Geschichte anschaulich nach.
Im Besucherbergwerk kann man mit fachkundigen Führern die bizarre Welt unter Tage bestaunen und selbst durch die Stollen gehen. Das angeschlossene Bergbaumuseum zeigt unter anderem interessante Gesteinsexponate, die Geschichte des Bergbaus und die damaligen mühsamen Arbeitsgänge.
Das » GeoFoyer Adorf informiert in einer multimedialen Ausstellung über die Erd- und Kulturgeschichte sowie den Bergbau.
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Steinbruch Hengböhl
Früher unterhielt fast jede Gemeinde einen Steinbruch, so auch die Gemeinde Usseln im Steinbruch am Hengböhl. Aus den Steinen wurden Mauern, Häuser und Straßen gebaut und auch beim Bau der Bahnstrecke fanden sie Verwendung. Bis in die Fünfziger Jahre des 20. Jahrhunderts baute man dort Steine ab, früher mühsam unter dem Einsatz körperlicher Kraft, später mit Sprengstoff. Der Abbau legte tiefe Gesteinsschichten frei, die uns heute spannende Einblicke in die Erdgeschichte geben.
Vor etwa 370 Millionen Jahren befand sich an der Stelle des Steinbruchs ein urzeitliches Meer, das ca. 70 Millionen Jahre lang bestand. Noch heute zeugen fossile Überreste davon. Auf dem Meeresgrund lagerten sich im Laufe der Jahrmillionen Tonsedimente ab. Schließlich erhob sich die Erdkruste, faltete die Gebirge auf und drängte das Meer komplett zurück. Die früheren Ablagerungen kamen in Form von Tonschiefer zum Vorschein und gaben dem Gebirge den Namen "Rheinisches Schiefergebirge".
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