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Burg Eisenberg

Der 562 m hohe Eisenberg bei Korbach-Goldhausen ist ein geschichtsträchtiger Ort. Im Laufe der Jahreshunderte erbeutete man seine unterirdischen Schätze: Eisenerz und Gold. Darüber hinaus ist seit Mitte des 14. Jahrhunderts ist die Existenz einer Burg dokumentiert, die von den Herren von Nordenbeck bewohnt wurde. Kurze Zeit später ging sie in den Besitz der Grafen von Waldeck über.

Von 1500 bis 1593 wurde die Burg von vier Generationen der Waldecker Grafen zu einem stattlichen Schloss ausgebaut. Spätere Ausgrabungen von Gebrauchsgegenständen dokumentieren eine kostbare Ausstattung. Reich mit Figuren verzierte Renaissancekacheln der Kachelöfen des Schlosses sind heute im » Wolfgang-Bonhage-Museum in Korbach zu bewundern. Funde von Tierknochen und Austernschalen zeugen von opulenten Festen, daneben fanden Theater- und Opernaufführungen, aber auch politische Zusammenkünfte im Schloss statt.

Im Jahr 1621 begann der Niedergang des eindrucksvollen Gebäudes, als es von hessischen Truppen geplündert und verwüstet wurde. Zwar wurde es 1640 behelfsmäßig instandgesetzt und zeitweilig wieder bewohnt, doch seit 1669 war es dem endgültigen Verfall preisgegeben. 1689 wütete ein Sturm, der die Dächer und Fensterscheiben zerstörte, bis 1720 nur noch eine Ruine stand. Die Steine des Schlosses wurden von den Menschen der Gegend weiterverwendet und übrig blieben nur die Grundmauern, die allmählich überwucherten. In den Jahren 1974 bis 1986 wurden sie wieder freigelegt und sind heute zu besichtigen. Einen besonders guten Blick über die ehemalige Burganlage hat vom benachbarten Georg-Viktor-Turm.

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Schwalenburg

Auf dem Burgring bei Schwalefeld befinden sich Überreste einer Ringwallburg des frühen Mittelalters. Die Befestigung der Schwalenburg besteht aus drei Wallringen und Gräben, umschließt eine Fläche von sechs Hektar und gehört damit zu den eindruckvollsten frühgeschichtlichen Befestigungen Mitteleuropas.

Der älteste Teil der Anlage ist der mittlere Bering, der eine Fläche von zwei Hektar Größe einschließt. Er hat eine annähernd ovale Form und erscheint heute als mächtiger Wall mit vorgelagertem Graben. Im Nordosten dieses Beringes befand sich eine mächtige Toranlage, noch gut zu erkennen an den nach innen einknickenden Wallenden. Ein kleineres Tor, das nachträglich eingebaut wurde, liegt im Süden des mittleren Beringes.
Der innere fast kreisrunde Wallring hat einen Durchmesser von 75 bis 90 m und umschließt eine Fläche von 55 Hektar. Er besitzt im Norden eine ca. 2,40 m breite Torgasse, deren Mauern in Resten noch zu erkennen sind und eine steilwandige Grube, bei der es sich um einen Brunnen oder den Keller eines Turmes handeln könnte. Im inneren Bering findet man Mauerreste, die auf an den Wall angebaute unterschiedlich große Räume schließen lassen.
Der äußere Wallring umschließt eine Fläche von sechs Hektar. Er war der mächtigste der drei Wälle und besaß einen vorgelagerten Graben. Die gut zwei m breite holzversteifte Mauer mit einer innen angeschütteten Rampe war etwa 5 m hoch.

Zu Anfang des 20. Jahrhunderts fanden in der Schwalenburg Ausgrabungen statt, über deren Inhalt, außer den heute im verfallenen Zustand sichtbaren Mauerfronten, nichts bekannt ist. Sämtliche Unterlagen und das geborgene Fundmaterial sind verschollen. Die Spuren von Kalkmörtel in der Toranlage des inneren Ringes und auch am nachträglich eingebauten Tor des mittleren Ringes zeigen jedoch, dass die Anlage in das frühe Mittelalter (8. bis 10. Jahrhundert) gehören muss. 1537 wird die „Borgh zu Schwalefeld“ im Landregister erstmals urkundlich und bereits damals als mit Holz bewachsen erwähnt.

Um die Erhaltung von Baudenkmalen aus vergangenen Jahrhunderten ist der Naturpark Diemelsee in besonderer Weise bemüht. So wurde die „Schwalenburg“ von Bewuchs befreit und ein kleiner Aussichtsturm verschafft dem Besucher einen Gesamtüberblick über die mächtige Befestigungsanlage aus der Zeit der Karolinger.

Eresburg

Berühmt war die Eresburg als die bekannteste sächsische Volksburg mit ihrem Nationalheiligtum, der Irminsul. Sie stand auf dem Eresberg, im Bereich des heutigen Obermarsberg. Bereits in vorgeschichtlicher Zeit war der Berg besiedelt und im Laufe der Jahrhunderte aufgrund seiner günstigen strategischen Lage immer wieder hart umkämpft.
Karl der Große, König der Franken, eroberte die Festung im Jahre 772 und errichtete an Stelle der Kultstätte eine Kirche sowie einen Benediktiner-Konvent. Im Winter 784/785 hielt sich Karl der Große mehrere Monate auf der Eresburg auf. Sein Sohn, Ludwig der Fromme, übertrug die Eresburg 826 dem von ihm gegründeten Kloster Corvey.

 

Historisches Obermarsberg

Die ehemalige Stadt Obermarsberg liegt auf einem Tafelberg, der schon seit vorgeschichtlicher Zeit besiedelt ist. Früher stand dort die berühmte Eresburg, die bekannteste sächsische Volksburg, mit ihrem Nationalheiligtum, der Irminsul. Der Frankenkönig Karl der Große eroberte die Festung im Jahr 772 und errichtete an Stelle der Kultstätte eine Kirche.

Zeugnisse der über 1200-jährigen Stadtgeschichte gibt es in Obermarsberg auf einem historischen Rundweg zu bewundern. Heute zeugen Stiftskirche, Nikolaikirche, Pranger, Rolandsstatue, Benediktusbogen und Reste der Stadtmauer mit ihren Wehrtürmen von der außergewöhnlichen historischen Bedeutung Marsbergs. Im Mittelalter gehörte die Stadt dem mächtigen Handelsbund der Hanse an.

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Diemeltalsperre

Der Diemelsee, eingebettet in grüne Wiesen und Wälder, ist ein wahres Wasser-, Wander- und Freizeitparadies. Man kann mit dem Segelboot unterwegs sein, schwimmen, surfen oder in aller Ruhe die Angel auswerfen.
Erbaut wurde der Stausee von 1912 bis 1924 und bei Vollstau fasst er knapp 20 Millionen Kubikmeter Wasser.

Die Diemeltalsperre liefert das Speisungswasser für die Schifffahrt auf der Oberweser, um die dortigen Fahrverhältnisse zu verbessern. Außerdem werden künstliche Wellen für Schwertransporte erzeugt. Ein weiterer Zweck der Talsperre ist der Hochwasserschutz für die Unterlieger des Sees und die Stromerzeugung.

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Romanische Kirchen

Im Naturpark Diemelsee, insbesondere im hessischen Teil, der ehemaligen Grafschaft Waldeck, findet sich eine erstaunliche Anzahl romanischer Kirchen, die alle aus dem 12. Jahrhundert stammen und sich bis heute nicht wesentlich verändert haben.

Typisch für den romanischen Baustil sind Rundbögen, dicke, festungsartige Mauern mit kleinen Fenstern, die Überwölbung großer Raumweiten und Würfelkapitelle auf den Säulen. Während in frühromanischer Zeit flache Kassettendecken gebaut wurden, entstanden später Kreuzgratgewölbe. Nicht selten wurden die Kirchen als Wehrkirchen mit Schießscharten erbaut.

Die Bevölkerung lebte hauptsächlich von der kargen Landwirtschaft und große Reichtümer ließen sich damit nicht erzielen. Während in anderen Gebieten die kleinen romanischen Kirchen oft größeren gotischen Gotteshäusern weichten, wurden in der Grafschaft Waldeck aus Geldmangel und wegen nur geringer Bevölkerungszunahme die Kirchen nicht erweitert.
Mit Einführung der Reformation in Waldeck ab 1526 änderten sich sowohl die Liturgie als auch der Platzbedarf in den Kirchen, wobei unter anderem viele der Nebenaltäre abgeschafft wurden.
Die Reformation wirkte sich im ländlichen Raum aber milder aus als in Städten, wo sie teils nach strengen calvinistischen Regeln durchgeführt wurde. Flügelaltäre, Heiligenfiguren und andere Kunstgegenstände wurden aus den Kirchen entfernt.

Im Laufe der nächsten Jahrhunderte änderte sich die finanzielle Lage auf dem Lande kaum. Große bauliche Veränderungen oder Erweiterungen der kleinen Kirchen während der Renaissance oder des Barock unterblieben daher. Man fügte lediglich Altaraufsätze, Kanzeln, Taufsteine und Emporen hinzu, die jedoch teilweise bei Renovierungen im vorigen Jahrhundert wieder entfernt wurden, insbesondere die Emporen. So präsentieren sich heute viele der romanischen Dorfkirchen wieder in ihrem nahezu ursprünglichen Erscheinungsbild, in der ehemaligen Grafschaft Waldeck sind es ca. 25.

In der Großgemeinde Diemelsee können Sie fünf sehr gut erhaltene romanische Kirchen unterschiedlicher Größe mit den typischen hochmittelalterlichen Gewölben besuchen und erkunden.

Sie begegnen unterwegs auf einer „kleinen Straße der Romanik“

  • in Adorf einer stattlichen altehrwürdigen Tauf- und Urpfarrkirche
  • in Flechtdorf einer ehemaligen Abteikirche der Benediktiner mit ihrer markanten Doppelturmanlage, außerdem einer noch in wesentlichen Teilen erhaltenen romanischen Klosteranlage
  • in Heringhausen einer am Diemelsee schön gelegenen Basilika, die als besonders stilrein gilt
  • in Schweinsbühl einer einschiffigen sehr sorgfältig gebauten Dorfkirche von geringem Ausmaß (Sie gehörte ehemals zu einem Herrenhof der Reichsabtei Corvey.)
  • in Sudeck einem kleinen mit spätbarocker Ausstattung erhaltenen Kirchlein

In keinem Gebiet Hessens und nur in wenigen Gebieten Deutschlands sind auf so engem Raum und in so kurzer Zeit (zwischen 1150 bis 1200) so viele romanische Gewölbebauten entstanden wie im Waldecker Land, zu dem die Gemeinde Diemelsee gehört.

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Richtplatz bei Willingen

In früheren Zeiten oblag die Entscheidung über Rechtsstreitigkeiten und die Bestrafung von Vergehen der Versammlung freier Männer eines Gaues. Diese Zusammenkünfte fanden jährlich zu zwei oder drei Terminen oder aus besonderen Anlässen statt. Diese alten Gerichte wurden im Freien an markanten Stellen und in heidnischer Zeit an heiligen Stätten, an denen gleichzeitig Opfer gebracht wurden, abgehalten.
Nach der Zeit Karls des Großen entwickelten sich die Grafengerichte, aus denen nach der Auflösung der fränkischen Gaue die Gogerichte entstanden. Diese Gerichte in Zivilsachen waren für alle nicht dem Herrenstand angehörenden Landbewohner zuständig.
Eine solche Gerichtsstätte befand sich früher auf dem Langenberg an der Grenze zwischen Kurköln und Waldeck. Verhandelt und gerichtet wurde über alle grenzübergreifenden Streitigkeiten und Straffälle. Noch heute trägt die Flurbezeichnung den Namen „Richtplatz“.

Den Richtplatz erreichen Sie über den » Uplandsteig bei km 58. Ganz in der Nähe zwischen km 59 und 60 gibt es kunstvoll hergestellte Holzfiguren zu bestaunen.

 

gekürzt aus „Willingen gestern und heute“, Band 1, Jost Bangert: Die Gerichte

Kloster Flechtdorf

Das Benediktinerkloster Flechtdorf wurde 1101 durch den Grafen Erpo von Padberg in Boke an der Lippe gegründet und zwischen 1104 und 1114 nach Flechtdorf verlegt. 1120 gelangte die Abtei Flechtdorf in den Besitz des Erzbistums Köln. 1180 war das Geviert aus Klosterkirche (dreischiffige romanische Basilika) und Konventsgebäuden (Ost-, Süd- und Westflügeln) vorläufig vollendet.
Die Erweiterung der Klosterkirche um ein westliches Querschiff und die mächtige Doppelturmfassade fand 1250 ihren krönenden Abschluss mit einer zweiten Weihe des Gebäudes.

Schon während der Erweiterung der Klosterkirche zu Beginn des 13. Jahrhunderts begann der Umbau des südlichen Kirchenseitenschiffs im frühgotischen Stil. In den Folgezeiten wechselten Verarmung, Niedergang des geistlichen Lebens und Zerfall von Gebäudeteilen ab mit Reformbestrebungen, wirtschaftlichen Aufstieg und der Erneuerung von Klostergebäuden – jeweils entsprechend den Gegebenheiten einer neuen Epoche. Im Jahr 1580 wurde der letzte Flechtdorfer Abt abgesetzt, der letzte Mönch starb 1598 im Kloster.
Viele Zeitschichten kann man heute am erhaltenen Gebäudebestand ablesen. Auch Renaissance und Barock haben ihre Spuren hinterlassen.

Der Förderverein Flechtdorf e. V. ersteigerte 2007 die verbliebenen Klostergebäude um sie zu erhalten und als Begegnungsstätte öffentlich zugänglich zu machen.

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Kloster Bredelar

Im Marsberger Stadtteil Bredelar befindet sich die ehemalige Zisterzienserabtei Kloster Bredelar.
1170 zunächst als Prämonstratenserinnenkloster gegründet, wurde es 1196 in ein Zisterzienserkloster umgewandelt und konnte schon bald seine Besitztümer bis nach Brilon, Paderborn und Soest ausweiten und sogar Weingärten am Rhein erwerben.
Im 15. und 16. Jahrhundert wurden die Kirche und die Abteigebäude erweitert sowie eine neue Orgel angeschafft.

Kriege, Brände sowie die damit einhergehenden Schäden, aber auch wirtschaftliche Blüte wechselten einander ab bis die Abtei im Zuge der Säkularisation an den Landgrafen von Hessen-Darmstadt fiel, der das Kloster im Februar 1804 aufhob.
Die Gebäude wurden zu landwirtschaftlichen Zwecken verpachtet und später zu einem Großteil auch industriell als Eisenhütte und -gießerei bis in Jahr 1932 genutzt.
Anschließend beherbergte das ehemalige Kloster zeitweilig verschiedene Firmen und Wohnungen und verfiel zusehends. Seit dem Jahr 2000 kümmert sich der » "Förderverein Kloster Bredelar e.V." um die Instandsetzung und richtete ein Begegnungs- und Kulturzentrum ein.

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Hünenkeller Lengefeld

Überreste einer alten Ringwallanlage finden sich nordwestlich von Lengefeld bei Korbach. Vom „Hünenkeller“ sind heute noch ein langgezogener Wallgraben an der Ostseite und ein Mauerrest am südlichen Eingang zu sehen. Im Jahre 1962 wurde erstmals mit Ausgrabungen am "Hünenkeller" begonnen, die im Jahre 1974 im Auftrag des Vereins Naturpark Diemelsee fortgesetzt wurden. Die Funde lassen auf eine Entstehung der ovalen karolingisch-ottonischen Wallburg in der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts schließen.
Ein besonderes Fundstück ist unter dem Namen „Lengefelder Goldscheibe“ bekannt und im Korbacher Stadtmuseum ausgestellt. Es handelt sich dabei um eine durchbrochene vergoldete Zierscheibe aus Kupfer, die mit reicher Ziselierung versehen ist.

Der „Hünenkeller“ verdankt seinen Namen einer natürlich entstandenen Kalksteinhöhle, die in die Wallburg integriert war. Eine alte Volkssage berichtet von bösen Riesen, die von dort aus ihr Unwesen trieben und die Bevölkerung in Angst und Schrecken versetzten.

Der Ort Lengefeld wurde im Jahr 1036 als „Lenkevelde“ erstmals urkundlich erwähnt und feiert 2011 sein 975-jähriges Bestehen. Sehenswert ist die einschiffige romanische Kirche „St. Maria“ in der Ortsmitte. Sie wurde  um 1200 aus Bruchsteinen errichtet, besitzt einen verschieferten Dachreiter, wurde im 30-jährigen Krieg teilweise zerstört und im Jahre 1656/57 wieder aufgebaut.