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Naturpark Diemelsee | CC-BY-SA

Biber

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Gemerkt

  • Auenlandschaften, Uferbereiche von Seen und langsam fließenden Gewässern

  • Der Biber ist der größte Nagetiervertreter Europas mit einer Körperlänge von etwa 80 bis 100 cm. Besonders charakteristisch ist der breite, flache und schuppige Schwanz, der dem Tier beim Schwimmen als Steuer dient und zur Kommunikation genutzt wird (durch Schlagen auf die Wasseroberfläche). Die Vorderpfoten sind geschickt zum Greifen und Bauen ausgestattet, während die Hinterfüße Schwimmhäute aufweisen. Ein markantes Merkmal sind die ständig wachsenden, orange-braun gefärbten Schneidezähne, deren Farbe durch Eisenablagerungen im Zahnschmelz entsteht. Das dichte, wasserabweisende Fell ist in der Regel dunkelbraun bis schwärzlich gefärbt.

  • Der Biber ist ein ganzjährig aktives Tier, wobei seine Hauptaktivitätszeiten in die Dämmerung und die Nacht fallen. In den Wintermonaten reduziert er seine Aktivitäten, bleibt jedoch aktiv und nutzt im Winter Vorräte aus Zweigen, die er in sogenannten „Wintervorratslagern“ unter Wasser angelegt hat. Die Paarungszeit liegt typischerweise zwischen Januar und Februar. Die Tragzeit beträgt etwa 105 Tage, sodass die Geburt der Jungen meist im Mai oder Juni erfolgt. Die Jungtiere bleiben oft bis zum nächsten Frühjahr bei den Eltern, bevor sie eigene Reviere besiedeln.

  • Der Biber ist zwingend auf stehende oder langsam fließende Gewässer angewiesen, die einen dichten Bestand an Gehölzen (insbesondere Weiden, Pappeln und Espen) aufweisen. Er gilt als „Ökosystem-Ingenieur“, da er durch den Bau von Dämmen und den Abholz von Uferbereichen seine Umwelt aktiv gestaltet. Durch die Aufstauung von Wasser entstehen neue Feuchtgebiete und Stillwasserzonen, die wiederum zahlreichen anderen Tier- und Pflanzenarten als Lebensraum dienen.
    Typisch für den Biber ist der Bau einer Biberburg aus Ästen, Schlamm und Steinen, die über einen unter Wasser liegenden Eingang zugänglich ist und Schutz vor Fressfeinden sowie Kälte bietet. Neben der Burg nutzt der Biber oft auch natürliche Uferböschungen als Wohnhöhlen. Der Biber ist auf eine strukturreiche Ufervegetation angewiesen, die sowohl Nahrung als auch Baumaterial liefert. Die Qualität des Wassers und ein ausreichendes Angebot an Weichholzarten sind limitierende Faktoren für die Besiedlung eines Gebietes.

  • Nach einer langen Abwesenheit hat sich der Biber seit Mitte der 2010er-Jahre im Naturpark Diemelsee erfolgreich wieder angesiedelt. Besonders in den geschützten Buchten des Diemelsees sowie an den langsam fließenden Zuflüssen finden die Tiere ideale Lebensbedingungen vor. Die Präsenz des Bibers lässt sich heute deutlich an charakteristischen Spuren wie gefällten Bäumen, Fraßspuren an Stämmen und den sogenannten „Biberrutschen“ (ausgetretenen Pfaden vom Wasser zum Gehölz) erkennen. Besonders auf dem Forscherpfad am Diemelzufluss können Besucher die Spuren dieses geschickten Baumeisters beobachten.

© sabrinity, Ferienregion Diemelsee

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