Schlingnatter
Coronella austriaca
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Kalkmagerrasen, Sekundärhabitate in Steinbrüchen
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Die Schlingnatter ist eine zierliche Schlange mit einer Körperlänge von bis zu 70–80 cm. Der Kopf ist zugespitzt und nur wenig vom Rumpf abgesetzt. Die Pupillen der Tiere sind rund. Die Grundfärbung der Körperseite ist grau bis graubraun bzw. bräunlich bis rötlich braun. Rötlich braune bis braune Tiere sind meistens männlich, wohingegen weibliche Tiere zumeist eine gräuliche Grundfärbung aufweisen. Die Körperoberseite weist eine dunkle, variable Fleckenzeichnung auf, die im Unterschied zur Kreuzotter (Vipera berus) nicht als Zickzackmuster angeordnet ist. Auf dem Hinterkopf und Nacken sind die Tiere durch eine dunkle, hufeisenförmige Zeichnung gekennzeichnet.
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In Nordrhein-Westfalen liegen Nachweise der Art für den Zeitraum ab Mitte April bis Oktober vor. Die Hauptaktivitätsperiode liegt im Zeitraum von Mai bis September (v.a. Juni und Juli). Die Winterquartiere werden im Oktober aufgesucht und ab Mitte April bis Anfang Mai verlassen. Die Paarungszeit liegt im Zeitraum von Mitte April bis Mitte Juni. Die Trächtigkeitsdauer der ovoviviparen Art ist etwa 4–5 Monate lang. Beobachtungen frisch geborener Jungtiere stammen aus Nordrhein-Westfalen vor allem aus dem Zeitraum Ende August bis Mitte September.
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Die Schlingnatter ist auf offene, sonnige, vielfältig strukturierte und deckungsreiche Biotope mit ausreichenden Versteckmöglichkeiten angewiesen. An der nördlichen Verbreitungsgrenze werden mosaikartige Landschaften mit unterschiedlich strukturierten Habitaten besiedelt wie etwa Heidegebiete und Sandmagerrasen, trockene Rander von Mooren, Waldränder oder gebüschreiche Magerrasen. In Süddeutschland werden vor allem wärmebegünstigte Hanglagen mit einem kleinflächigen Wechsel aus Magerrasen, Felsen, Waldrändern oder anthropogen überformten Sekundärlebensräumen (z.B. Bahndämme, Abgrabungen, Gärten) als Lebensräume genutzt. Insbesondere Randbereiche zwischen offenen und bewaldeten Strukturen mit einer hohen Besonnung (Süd-, Südwestexposition) dienen als bevorzugte Lebensräume. Als Primärlebensräume dürften vor allem die folgenden Habitate von Bedeutung gewesen sein: gehölzbestandene Moorränder mit angrenzender Heidevegetation, Waldränder und Lichtungen innerhalb trockener Waldlebensräume, Binnendünen, offene Felshabitate und Block- und Schutthalden. Die Schlingnatter ist auf ein ausreichendes Angebot an vielfältigen Kleinstrukturen angewiesen, die Thermoregulations- und Versteckmöglichkeiten bieten. Als Tagesverstecke wird ein breites Spektrum unterschiedlicher Strukturen genutzt wie etwa Baumstümpfe, Schutt, Steinhaufen oder Bretter. Die Art lebt äußerst versteckt. Selbst die Thermoregulation findet meist im Verborgenen statt. Das Vorhandensein ausreichender Versteckmöglichkeiten ist daher ein limitierender Faktor für das Vorkommen der Art. Zur Thermoregulation werden unter anderem Felsen, Schutthaufen oder Ameisenhaufen genutzt. Die Überwinterungshabitate sind weitgehend unbekannt. Vermutlich dienen vor allem tiefere Felsspalten und Klüfte als Überwinterungsquartiere.
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Die Schlingnatter ist schwer nachzuweisen. Daher sind Aussagen zur Verbreitung meist unvollständig. Nachweise aus jüngerer Zeit liegen für die Kalkmagerrasen um Marsberg und das Rhenetal bei Adorf vor.