sabrinity, Naturpark Diemelsee | CC-BY-SA

Wald

Waldentwicklung im Naturpark Diemelsee

Wald prägt den Naturpark

Die abwechslungsreiche Landschaft macht den Reiz des Naturparks Diemelsee aus. Etwa die Hälfte der Fläche ist bewaldet. Den größten Anteil bilden Fichtenwälder, die mit ihrer dunkelgrünen Farbe heute charakteristisch für das Sauerland sind. Die schnell wachsenden Fichten wurden aus wirtschaftlichen Gründen in weiten Teilen angesiedelt und verdrängten die ursprünglich dominierenden Buchen.

Seit einiger Zeit, insbesondere nach den Trockenjahren und Borkenkäferkalamitäten, wendet man sich von der Fichten-Monokultur ab, um heimische Laubmischwälder wieder vermehrt anzusiedeln. Im Folgenden werden besondere Waldtypen des Naturparks vorgestellt.

Auwald am Diemelsee mit Bachlauf in seinem natürlichen Bett
sabrinity, Naturpark Diemelsee | CC-BY-SA

Zielarten für den Lebensraum “Wald”

Zielarten zeigen durch ihre Verbreitung frühzeitig, wie sich klimatische Veränderungen auf Lebensräume und Arten auswirken. Durch gezielte Maßnahmen und Wanderkorridore werden geeignete Lebensräume gesichert und die biologische Vielfalt langfristig erhalten.

Buchenwälder

Die Sonne scheint durch knorrige Buchen im Naturpark Diemelsee
sabrinity, Naturpark Diemelsee | CC-BY-SA

Buchenwälder bieten im Laufe der Jahreszeiten ein buntes Farbenspiel – mit zartgrünen Trieben im Frühjahr, dichtem Laubdach im Sommer und leuchtend bunten Blättern im Herbst. Zahlreiche Tier- und Pflanzenarten sind in ihnen heimisch.

Hätten die Menschen die Landschaft nicht genutzt, wäre unsere Region heute von Buchenwäldern geprägt, da diese optimal an das kühle bis gemäßigte Klima angepasst sind.

Gut ausgeprägte Buchenwälder finden Sie im Naturpark Diemelsee unter anderem:

  • am Hoppernkopf bei Willingen, Nähe Richtplatz/Uplandsteig
  • auf dem Eisenberg am Diemelsee, am Diemelsteig
  • im Naturschutzgebiet Mühlenberg
  • auf dem Rottenberg bei Adorf, am X16/Diemelsteig

Schluchtwälder

Mit Moos und Farnen bewachsene Felsen im Schluchtwald
Benedikt Wrede, Naturpark Diemelsee | CC-BY-SA

Zu den seltenen und besonders beeindruckenden Waldlebensräumen im Naturpark zählen die Schluchtwälder. Sie zeichnen sich durch ein feuchtes, kühles (montanes) Klima aus und befinden sich in steilen Lagen sowie entlang von Quellbächen.

Diese Wälder bestehen aus Edellaubhölzern wie Sommer- und Winterlinden, Bergulmen, Bergahornen und Eschen, einer üppige Krautschicht mit alpinem Charakter sowie zahlreiche Flechten und Moosen.

Schluchtwälder lassen sich im Naturpark unter anderem an folgenden Orten finden:

  • NSG Grebensteine (am Mühlenkopf bei Willingen)
  • Naturschutzgebiet Mühlenberg (bei Adorf)

Exkursionstipp

Wer den Schluchtwald am Mühlenberg bewundern möchte, nimmt von der Mühle im Rhenetal (an der Straße von Adorf nach Padberg) aus den Weg zu einem ehemaligen Jagdhaus und steigt von dort bergan.

Moorbirkenwälder

Moorbirken
Benedikt Wrede, Naturpark Diemelsee | CC-BY-SA

Als Relikte aus der Eiszeit gelten die Moorbirkenwälder in den Naturschutzgebieten Alter Hagen und Jägers Weinberg bei Willingen. Hier finden sich lichte Bestände des Birkenbruchwaldes mit vielen nordischen Pflanzenarten in der Krautschicht.

Die Moorbirke ist anspruchslos und widerstandsfähig gegen starken Frost. Daher findet sie ihren Lebensraum auf den kargen, moorigen Schieferböden im feuchtkühlen Klima des Uplands. Sie verleiht der Landschaft ihren urtümlichen Charakter.