Rotmilan
Milvus milvus
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Biotopkomplexbesiedler
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Rotmilane besitzen eine Körperlänge von etwa 60–73 cm. Die Flügelspannweite beträgt 130 bis 180 cm. Die Grundfärbung ist rostbraun. Oberseits sind die Federn durch helle Säume gekenn-zeichnet. An der Brust befinden sich schwarze Schaftstriche. Der Kopf ist hellgrau bis weißlich. Im Flug ist der Rotmilan an Hand des langen, tief gegabelten rostrot gefärbten Schwanzes und den gewinkelten Flügeln zu erkennen. Im Bereich der Handschwingen befindet sich ein weißes Feld. Die Flügelspitzen sind schwarz und fünffingerig. Der Rotmilan kann leicht mit dem Schwarzmilan (Milvus migrans)verwechselt werden. Von dieser Art unterscheiden sich Altvögel durch den längeren und tiefer gegabelten Schwanz und die weißen Feldern auf der Flügelunterseite. Aufgrund der weniger deutlich ausgeprägten Schwanzgabelung ist die Verwechslungsgefahr bei Jungvögeln größer.
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In Mitteleuropa ist der Rotmilan Zugvogel und überwintert größtenteils im Mittelmeergebiet, vor allem in Frankreich und auf der Iberischen Halbinsel. Der Zug in die Überwinterungsgebiete beginnt ab Mitte August mit dem Zughöhepunkt im September bis Oktober. Die Rückkehr in die Brutgebiete erfolgt ab Anfang Februar bis März. Nichtbrüter und Jungvögel kommen meist später im April bis Mai an. Bei ausreichendem Nahrungsangebot erfolgt die Überwinterung zum Teil auch im Brutgebiet. Die Revierbesetzung beginnt nach Ankunft in die Brutgebiete, meist Ende Februar bis Anfang März. Der Legebeginn erfolgt dann im April, zum Teil auch schon ab Ende März. Die Gelege beinhalten meist zwei bis drei Eier, seltener auch vier. Die Brutdauer beträgt etwa 32 bis 33 Tage und die Nestlingsdauer 48 bis 54 Tage. Rotmilane werden im Alter von zwei bis drei Jahren geschlechtsreif. Das Höchstalter liegt bei etwa 30 Jahren.
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Rotmilane besiedeln abwechslungsreiche Landschaften, die aus einem vielfältigen Mosaik aus Wald, Acker und Grünland aufgebaut sind. Bevorzugt werden vor allem kolline bis montane Lagen. Der Rotmilan ernährt sich als Nahrungsgeneralist von einer Vielzahl tierischer Kost wie verletzte Vögel, Jungvögel, kleine Wirbeltiere, Wirbellose oder Aas. Zur Nahrungssuche ist der Rotmilan auf Offenlandhabitate mit geringen Vegetationshöhen angewiesen. Daher ist ein ausreichendes Vorhandensein von Äckern oder regelmäßig gemähtem Grünland für die Art essentiell. Aufgrund der höheren Beutetierdichte stellen vor allem extensiv bewirtschaftete Flächen ein wichtiges Nahrungshabitat dar. Als Bruthabitate nutzt der Rotmilan lichte Altholzbestände von Buche und Eiche sowie Feldgehölze. In geschlossenen Wäldern erfolgt die Horstanlage bevorzugt in Waldrandnähe.
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Der Bestand des Rotmilans ist in Nordrhein-Westfalen seit 1985 weitgehend stabil. Allerdings haben sich räumliche Veränderungen der Verbreitung ergeben. Vor allem im Tiefland ist die Art stark zurückgegangen. In den Mittelgebirgsregionen, unter anderem im Projektgebiet, breitet sich die Art hingegen aus und ist im gesamten Gebiet des Naturparks anzutreffen.