Bergheiden im Rothaargebirge - Kooperation über die Landesgrenzen hinaus

Gemeinsames Projekt der Naturparke Diemelsee und Sauerland Rothaargebirge soll Heidelandschaft bewahren

"Bergheiden im Rothaargebirge": Unter diesem Motto haben der Naturpark Diemelsee in Kooperation mit dem Naturpark Sauerland Rothaargebirge im September 2017 ein gemeinsames Projekt zur Pflege und Wiederherstellung von Bergheiden und Borstgrasrasen gestartet. In Zusammenarbeit mit der Biologischen Station HSK und der Universität Osnabrück sollen diese, für das Sauerland so charakteristischen, Lebensräume nicht nur erhalten, sondern sogar weiterentwickelt werden. Vorgesehen ist eine Projektlaufzeit bis Ende 2021.


Längst sind die Heiden im Sauerland und Upland nicht mehr in den Größen vorhanden, wie sie es noch vor 100 Jahren waren. So schrieb der Assinghäuser Dichter F.W. Grimme in seinen Anekdoten über die Region, wie er einst zu Fuß vom oberen Ruhrtal über die Höhenlagen bis nach Düdinghausen ausschließlich durch Heidelandschaft wanderte. Heute sind nur noch Fragmente dieser Landschaft vorhanden. Hochheiden und Borstgrasrasen sind europaweit geschützte Lebensräume und seit Mitte des 19. Jahrhunderts selten geworden. Es war das menschliche Handeln, welches in der Vergangenheit zu der Ausbreitung von großräumigen Heideflächen führte und durch Nutzungsaufgabe und Aufforstung auch für dessen Verschwinden sorgte. Heidevegetation ist für den dauerhaften Erhalt auf eine regelmäßige Nutzung angewiesen, eine wahre Kulturlandschaft eben.

Aus diesem Grund haben es sich der Naturpark Diemelsee in Kooperation mit dem Naturpark Sauerland Rothaargebirge in einem gemeinsamen Projekt zum Ziel gemacht, den weiteren Rückgang an Bergheideflächen zu stoppen, den Zustand der verbliebenen Flächen zu verbessern und den Erhalt der montanen Zwergstrauchheiden im Projektgebiet auch zukünftig zu sichern. Die namengebende Besenheide kommt auch im Flachland vor. Es sind aber gerade die Kleinstraucharten Blaubeere und Preiselbeere, die eine echte Bergheide ausmachen. Aber nicht nur seltene Pflanzen haben in den Heideflächen im Sauerland und Upland ihr zu Hause. Auch eine bemerkenswerte Anzahl von Tieren und vor allem Vogelarten wie etwa die Heidelerche, der Neuntöter oder der Wiesenpieper sind hier beheimatet – die Region ist somit ein "Hotspot" der biologischen Vielfalt.

Neben Maßnahmen und Management steht bei der Projektarbeit jedoch vor allem der Forschungsaspekt im Fokus. Wie reagiert die Hochheide auf den Klimawandel und welche Erhaltungsmaßnahmen lassen sich hierzu langfristig umsetzen? Dieser und weiteren Fragen soll im vier- fünfjährigen Projektzeitraum nachgegangen werden. Dafür ist die Kooperation mit den Akteuren vor Ort ein wegweisender Schritt.

Das grenzübergreifendes Projekt an der hessisch-westfälischen Landesgrenze wird durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt sowie die Bundesländer Hessen und Nordrhein-Westfalen
gefördert.

Informationen zur Auszeichnung als offizielles Projekt der "UN-Dekade Biologische Vielfalt"
erhalten Sie unter www.undekade-biologischevielfalt.de