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Porträt

Lage

Der Naturpark Diemelsee liegt im äußersten Nordwesten Hessens und ragt mit einem Drittel seiner Fläche in das angrenzende Bundesland Nordrhein-Westfalen hinein. Er ist Teil des Rothaargebirges, besser bekannt unter dem Namen Sauerland. Seine höchsten Erhebungen sind der Langenberg und der Hegekopf, beide 843 m hoch. Im Osten und Südosten grenzt der Naturpark an die Waldecker Ebene, im Norden und Nordwesten an die Paderborner Hochfläche und den Arnsberger Wald. Ihn durchfließen die Diemel und die Aar, ein nördlicher Zufluss der Eder.

Diemelsee mit Talsperre

Unsere Gäste

Die Sommer- und Wintergäste des Naturparks kommen in erster Linie aus dem nahen Ruhrgebiet und aus dem Kasseler Raum. Aber auch im Norden Deutschlands und in den Niederlanden hat der Naturpark Freunde, die seine vielfältigen Möglichkeiten der Erholung schätzen.

Nicht selten bewegt sich der Naturparkbesucher auf "historischen Straßen". So waren die sogenannte "Weinstraße" von Frankfurt über Paderborn nach Bremen, die "Heidenstraße" von Köln nach Leipzig, der "Heerweg" von Marsberg nach Olpe und Siegburg und der "Plackweg" von Arnsberg nach Altenbüren bereits in fränkischer Zeit wichtige Heer- und Handelsstraßen.

Der Name Willingen steht für den Wintersport schlechthin. Zahlreiche Abfahrtshänge, Langlaufloipen und Rodelbahnen erhöhen die Attraktivität der Landschaft in der winterlichen Jahreszeit. Die große Mühlenkopfschanze (Schanzenrekord 151,5 m) ist Austragungsort von Weltcup-Springen. Im Sommer üben die klaren Gewässer, insbesondere die Diemel und der Diemelsee eine besondere Anziehungskraft auf Wassersportler und Angler aus.

Unsere Geschichte

Bedeutende Kulturdenkmale erinnern an den Beginn der Besiedlung vor mehr als dreitausend Jahren. So wurden die fruchtbaren Hochflächen am Ostrand des Rheinischen Schiefergebirges schon sehr früh besiedelt, andere Regionen aber erst in der späten Bronzezeit (1200 v. Chr.). Usseln, Eppe, Rhena und alle Orte mit Endsilbe „-lar“ im Namen wurden vermutlich in dieser vorgermanischen Zeit gegründet. Erst zwischen dem fünften und siebten Jahrhundert - das ist die Zeit der fränkisch-sächsischen Eroberungen breiteten sich immer mehr Ortschaften aus, selbst in den höheren Lagen des Berglandes.

Die Güter fränkischer Könige sind noch heute nachweisbar. Die ländlichen Siedlungen jener Zeit beanspruchten die Tallagen als Wiesen-, Weide- und Ackerland, so dass die ferneren Randlagen der Gemarkungen zumeist bewaldet blieben.

Die Stadtsiedlungen Brilon, Korbach und Marsberg am Rande des Naturparks wurden erst im frühen Mittelalter gegründet.

Natur und Landschaft

Große geschlossene Wälder bestimmen das Bild der Landschaft. Erst südöstlich des Diemelsees Richtung Korbach tritt der Wald zugunsten des Acker- und Grünlandes zurück. Seit etwa 150 Jahren werden die vorherrschenden Laubmisch- und Buchenwälder vom Fichtenanbau zurückgedrängt. Die Hochheiden um Usseln und Willingen mit ihrer Tundrenflora zeugen noch heute von früheren Bewirtschaftungsformen.

Der Verein Naturpark Diemelsee hat sich seit seiner Gründung intensiv der Erhaltung der Hochheideflächen gewidmet und für seine Leistungen beim Bundeswettbewerb1986 der Naturparke einen dritten Preis erhalten.

Von der 'Weißen Frau' bei Rösenbeck in das Hoppecketal

Devonische Schiefer, Quarzite, Mergel und Kalksandsteine bilden diese herbe, unruhig gekuppte Mittelgebirgslandschaft, die mit dem Eisenberg (562 m) westlich von Korbach eine geologische Besonderheit aufweist. Er ist der wohl einzige "Goldberg" in Deutschland, wie Untersuchungen erst in letzter Zeit wieder bewiesen haben. Allerdings haben die Fürsten zu Waldeck und Pyrmont die Goldbergwerke schon im Dreißigjährigen Krieg stillgelegt.

Verbindendes Glied ist das weithin unberührte Tal der Diemel, die den Naturpark von ihrer Quelle südlich Usseln in Richtung Norden durchfließt. Schon nach 15 km wird der Lauf des Flusses gehemmt durch die 200 m lange und 42 m hohe Diemeltalsperre, die bei Vollstau 20 Mio. Kubikmeter Wasser zurückhält.

Klima

Das Klima innerhalb des Naturparks Diemelsee wird von Medizinern als mildes Reizklima gepriesen. Den relativ hohen Niederschlagsmengen um Usseln und Willingen verdankt der Naturpark seinen Reiz als Wintersportzentrum.

Wandern

Eine große Zahl gut markierter Wanderwege, sowohl Fernwanderwege als auch von Parkplätzen ausgehende Rundwanderwege, erschließen die Schönheiten der Landschaft, die durch den Wechsel zwischen Wald und Feld, Berg und Tal besticht. Schutzhütten, Rastplätze, Liege- und Spielwiesen laden zum Verweilen ein. Zahlreiche Aussichtspunkte, der Eisenberg oberhalb der Diemeltalsperre, der St. Muffert oberhalb von Heringhausen und der Widdehagen bei Schweinsbühl sowie der Dommelturm zwischen Ottlar und Rattlar und der 1905 erbaute Georg-Viktor-Turm auf dem Eisenberg bei Korbach gewähren einen weiten Blick über das Waldecker Land.

Aber auch dort, wo dichte Wälder den Ausblick verwehren, wird die Wanderung im waldeckischen Upland zum unvergesslichen Erlebnis. Für die wandernde und naturverbundene Jugend ist ein vorbildlicher Jugendzeltplatz direkt am Diemelsee zu einer Stätte der Begegnung geworden.

Sehenswürdigkeiten

Mittelpunkt des Naturparks ist die in den Jahren 1920 bis 1924 zur Verminderung der Hochwassergefahr und zum Ausgleich der Wasserführung der Weser gebaute Diemeltalsperre mit dem 166 ha großen See. Seine Popularität verdankt er den vielfältigen Erholungsangeboten, die neben seine wasserwirtschaftlichen Aufgaben getreten sind.

Unmittelbar am See liegt Heringhausen, eine Gründung Karls des Großen, dessen Basilika, romanisch wie auch die Kirchen in Rhena und Welleringhausen, zu den Sehenswürdigkeiten im Naturpark gehört. Eine ehemals romanische, durch spätere Umbauten stark veränderte Basilika steht auch in dem Kurort und Wintersportplatz Usseln. Von Usseln aus sind beliebte Ausflugsziele, wie der Osterkopf (708 m), die Diemelquelle oder Jägers Weinberg (Naturschutzgebiet) leicht zu erreichen. Der geologisch interessierte Wanderer findet südlich der "Büller Höhe", wie übrigens auch in Rhena, sowie zwischen Adorf und Giershagen sehenswerte Gesteinsaufschlüsse.

Weithin bekannt ist auch der Kur- und Wintersportort Willingen mit seinen vielen Freizeiteinrichtungen wie Eislaufhalle und Erlebnisbad mit Ausschwimmbecken. Ein Ökologisches Informationszentrum soll Besuchern die Zusammenhänge in unserer Umwelt erläutern. In mehreren Räumen sind Geologie und Hydrogeologie, die Ökosysteme Feld und Wald sowie die Gewässer dargestellt.

Im Bergwerksmuseum, den Stollen eines über 100 Jahre alten stillgelegten Schieferbergwerkes, finden regelmäßig Führungen statt, ebenso wie in der Grube Christiane bei Adorf.

Besonders sehenswert ist das 980 erstmals urkundlich erwähnte Korbach, dessen mittelalterliches Stadtbild mit doppeltem Stadtmauerring und Türmen gut erhalten ist.